Bringt rund 15 Jahre Praxis aus Kampagnen und Unternehmensführung mit.
Shahab macht seit rund 15 Jahren Online-Marketing – operativ wie strategisch, für kleine Unternehmen, den Mittelstand und große Marken. Im Podcast bringt er die Sicht aus Umsetzung und Unternehmensführung ein: was in der Praxis wirklich funktioniert und was nicht.
Shahab bringt rund 15 Jahre Erfahrung im Online-Marketing mit – und zwar nicht nur vom Schreibtisch aus. Er hat Kampagnen selbst aufgesetzt, Ansätze ausprobiert, wieder verworfen und über die Jahre ziemlich genau gelernt, was funktioniert und was nicht. Dazu kommen Erfahrung in der Unternehmensführung und die Zusammenarbeit mit vielen Unternehmern.
Der Einstieg kam 2010 mit seinem Masterstudium: Nebenbei arbeitete er in einem Unternehmen, und über seine Masterarbeit kam er immer tiefer ins Online-Marketing. Seinen MBA hat er an der Steinbeis Universität Berlin gemacht.
Heute arbeitet Shahab mit kleinen Unternehmen, Mittelständlern und großen Marken – darunter Melitta, Marabu, Daim, Edeka und Olympus. Als Speaker stand er unter anderem bei Trusted Shops und beim OMT auf der Bühne, auf LinkedIn folgen ihm rund 8.000 Menschen.
Im Podcast geht es ihm um Praxisnähe statt Hochglanz-Erfolgsgeschichten: Was wurde wirklich umgesetzt, was ist gerade relevant – und was kannst du selbst daraus mitnehmen? Shahab bringt dafür die Perspektive aus Umsetzung, Strategie und Unternehmensführung ein – und die Erfahrung, welche Maßnahme in welchem Fall wirklich funktioniert.
Er spricht dabei nicht nur Geschäftsführer an, sondern genauso die Leute, die Online-Marketing im Unternehmen tatsächlich umsetzen und voranbringen wollen.
„Wer nicht arbeitet, macht keine Fehler. Lieber testen, Fehler machen, daraus lernen und besser werden.“
Shahabs Leitsatz
Online-Marketing-Strategie
Performance Marketing
Google Ads
Tracking & Messbarkeit
KI im Marketing
Unternehmensführung
Kurz gefragt
Was Shahab über Online-Marketing denkt – in ein paar Sätzen.
Der häufigste Fehler bei KMU?
Einfach loslegen, ohne sich vorher genug Wissen anzueignen – und dann nicht messen, was die Maßnahmen bringen. Sein Rat: Expertise dazuholen oder sich gründlich einarbeiten und alles messbar machen, damit man es steuern kann.
Seine unbequeme Meinung?
Empfehlungen von Google, Meta & Co. werden zu oft blind übernommen – automatische Vorschläge genauso wie Tipps vom Support am Telefon. Sie sind häufig vertrieblich geprägt und passen nicht automatisch zum eigenen Geschäftsmodell. Erst prüfen, dann umsetzen.
Der Fehler, aus dem er am meisten gelernt hat?
Zu lange an einer Idee gebaut, ohne früh zu testen, ob der Markt sie überhaupt will.
Wovon er abrät?
Als Agentur oder Experte jeden Kundenwunsch anzunehmen und erst danach zu überlegen, wie man ihn umsetzt. Besser: Fokus halten und passende Experten einbinden.
„Das, was nicht ersetzt wird, ist das, was dich einzigartig macht. Und diese Einzigartigkeit lässt sich schneller in Content umsetzen und verbreiten durch KI.“
Shahab erklärt, warum rein KI-generierter Content ersetzbar ist.
„Das Testen wird aber nur was bringen, wenn du es auch auswerten kannst. Und das Auswerten vernünftig und nicht emotional und datenbasiert, das kann die KI deutlich besser als du.“
„83 % der Personen, die die Informationen in der AI Overview bekommen, klicken nicht drauf. Also es ist keine Trafficquelle mehr, es ist einfach nur Erwähnungsquelle, also Brandingquelle für dich als Unternehmen.“
Shahab nennt die Zahlen zum Zero-Click-Effekt bei Googles AI Overviews.
„Überwiegend, was wir heutzutage für GEO machen sollten, damit wir bei KI gefunden werden, ist das, was wir für SEO machen, damit wir in Google in den Top-Ergebnissen landen.“
Shahab ordnet den GEO-Hype ein: Die Grundlagen sind identisch mit gutem SEO.
„Heutzutage ist der Wettbewerb so krass geworden bei Google, und Google ist mittlerweile sehr intelligent geworden, dass du mit klassischen SEO-Strategien, die einfach auf Masse anstatt Klasse waren, keine Chance mehr hast. Vor allem wenn du eine neue Domain hast, kriegst du keinen einzigen Klick mehr.“
Shahab stellt klar, dass für schlechtes SEO kein Platz mehr ist.
„Man sagt, wenn du eine Leiche verstecken möchtest, dann mach das auf Seite 2 von Google. Das bedeutet, wenn du auf Platz 11 oder 12 bist, hast du mega Potenzial, durch ein paar Verbesserungen in die Top 10 zu kommen.“
Shahab erklärt Low-Hanging-Fruits, die KI im SEO-Audit automatisch erkennen kann.
„Du hast weniger Klicks heutzutage, aber die sind bewusster. Wenn jemand einen AI-Overview-Klick macht und auf deine Seite kommt, ist die Abschlusswahrscheinlichkeit sehr, sehr hoch, weil er sehr gut informiert ist, bevor er kommt.“
„Google nimmt diesen Bereich komplett in die eigene Hand und es macht auch natürlich Sinn, darauf zu setzen, weil dadurch hast du Informationsvorteile, die du nicht hast, wenn du manuelle Gebote einrichtest.“
Über automatisierte Gebotsstrategien und Googles Datenvorsprung.
„Deshalb schränkt Google deine Möglichkeit ein, damit er Gewinnmaximierung machen kann. Auf der anderen Seite mit dem Vorwand, dass du dadurch mehr Reichweite hast und mehr Kunden erreichen kannst.“
Zum schleichenden Kontrollverlust bei den Keyword-Optionen.
„Wenn du sagst, ich will mehr Value haben, dann hast du keinen Wettbewerbsvorteil, weil die ganzen Werbekonten das Gleiche machen. Der Vorteil ist, wenn du einen Schritt weitergehst.“
Über Offline-Conversions und Lead-Scoring als echten Datenvorsprung.
„Plötzlich hast du drei Tage unnatürliche Daten im System, und dann siehst du, dass das Google-Ads-System und die KI drei Wochen komplett falsch optimiert, weil deine Datengrundlage kaputtgegangen ist.“
„Die Illusion zu haben, man kann die Klickpreise deutlich reduzieren und alles besser machen, ist sehr illusionär. In Wirklichkeit müssen wir uns damit abfinden, dass Klickpreise in der Regel teurer werden.“
Shahab knüpft an die Folge über steigende Klickpreise an.
„Wenn du mal ein bisschen überlegst, wo die Schwachstellen oder die Potenziale sind – wenn du das machst, dann bist du schon weiter vorne als viele andere, die die Standardlösung nehmen.“
Shahab über Standard-Checkouts und -Formulare, die kaum jemand hinterfragt.
„In der Vergangenheit hat man gesehen, dass teilweise Riesenunterschiede entstanden von 20 bis 30 % mehr Zusagen für einen Cookie allein durch eine Farbe.“
Shahab über die überraschende Wirkung von Button-Farben beim Cookie-Banner.
„Umgestellt auf 5 Minuten, und die Conversionrate ist um 30 % zurückgegangen. Und das hätte man ohne A/B-Test gar nicht mitbekommen. Dein natürlicher Verstand würde sagen, 5 Minuten ist mehr als ausreichend. Aber die Praxis hat was ganz anderes gezeigt.“
„Es ist wie dieser Nokia-Moment, wo das Smartphone kam und die darauf beharrt haben, dass deren Lösung gut funktioniert und immer noch die Zukunft ist. Die waren absolute Marktführer.“
Shahab über die typische kleine Firmenwebsite ohne Blog, die trotzdem auf WordPress läuft.
„Bei neuen Webseiten wird WordPress massiv an Marktanteil verlieren, und die überwiegenden werden meines Erachtens in den nächsten Jahren KI-Tools und KI-Webseiten verwenden.“
Shahabs Prognose für das Neugeschäft im Website-Markt.
„Bei WordPress gehört der Code, die Umgebung, komplett dir. Bei Shopify ist alles auf deren Cloud – wenn die dich rauskicken, dann bist du ohne Webseite.“
„Sei erstmal vorne gut aufgestellt, wenn du hinten anschieben möchtest. Wenn du hinten anschiebst, kannst du direkt auch Umsatz machen über die Anzeige, aber in der Regel führt es auch zu Nachfrage in Plattformen wie Google oder Amazon.“
Warum Auffindbarkeit die Voraussetzung für Reichweitenkampagnen ist.
„TikTok ist mega stark da drin. Da ist sogar deine Followerbase eher irrelevant. Der Algorithmus schlägt sogar die Anzahl der Follower, weil er erkennt, welche Art Nutzer dein Video toll findet, und richtet genau an diese Nutzer aus.“
„Google hat immer noch die Hoheit auf die lokale Suche, weil 80 % der Suchanfragen bei Google lokale Suchanfragen sind. Wenn jemand lokal sucht, ist da eine sehr hohe Kaufintention.“
Shahab erklärt, warum lokale Unternehmen vom KI-Umbruch weniger betroffen sind.
„Da muss man gucken, dass man omnipräsent ist, dass man bei Social Media unterwegs ist, gegebenenfalls auch einen YouTube-Kanal hat. Am besten wird man auch bei den KIs erwähnt als Datenquelle.“
Shahab über die nötigen Touchpoints, um vor der Anfrage Vertrauen aufzubauen.
„Die Person wurde vielleicht bei einem anderen Unternehmen innerhalb von 30 Minuten angerufen und schon überzeugt, dass sie da buchen. Und wenn du dann in einer Woche anrufst, ist der Lead schon weg.“
Shahab über die entscheidende Reaktionsgeschwindigkeit im Vertrieb nach dem Lead-Eingang.
„Du hast einen Lead für 100 oder 200 Euro generiert. Aber das Wiederansprechen dieser Person auf YouTube kostet dich pro Kontakt nur 2 oder 3 Cent. Und du kannst pro Video eine komplette Message übertragen.“
Shahab rechnet vor, warum Video-Retargeting so ein starker Hebel ist.
„Digitale Agenturen kreieren Kunden über regionale Messen, weil dort dieser persönliche Kontakt entsteht, dieser Handshake entsteht. Du hast einen Lead, der konvertieren wird.“
Shahab erklärt, warum die Buchungsgröße über die Priorität beim Freelancer entscheidet.
„Einer der Vorteile einer Agentur, die mehrere Leute mit der gleichen Expertise haben, ist Krankheitsausfälle – es gibt Vertretung, Vertretung ist gesichert.“
Shahab nennt Stabilität als zentrales Argument für Spezialagenturen.
„Die Person ist viel stärker verbunden zum Unternehmen, du spielst eine Rolle in seinem Einkommen, seinem Leben, und für ihn ist wichtig, dass das nachhaltig gut funktioniert und nicht nur die Stunden abgearbeitet werden.“
„Amazon ist fast immer dabei, Zalando, Home24, alle Großen sind dabei, und die sind meistens investorgetrieben, und die ballern Budget ohne Ende rein, ohne dass sie rentabel sind, machen den Markt kaputt, nutzen Google Ads gefühlt mehr als Sichtbarkeitskanal als Performancekanal.“
Shahab erklärt, wie große Player die Auktionspreise für alle nach oben treiben.
„Diese automatischen Biddings bekommen bevorzugt die guten Nutzer, die auch abschließen, und dadurch findet eine Art Manipulierung statt in der Auktion, im Auktionsmarkt.“
Shahab vergleicht die Meta-Klickpreise von 2014 mit heute.
„Du wirst dann vielleicht bei 100 Klicks 105 Klicks machen, aber dein Klickpreis steigt von 1 € auf 1,50 €. Alles wird teurer. Dadurch verschlechtert sich deine Kosten-Umsatz-Relation massiv.“
Shahab benennt den wichtigsten Multiplikator gegen steigende Klickpreise.
„Die Marke führt dazu, dass deine Klickpreise sinken. Wenn eine Wiedererkennung beim Nutzer ist, klickt er eher auf eine Marke, die er kennt. Dadurch steigt die Klickrate, und die Klickrate wird belohnt durch niedrigere Klickpreise.“
„Ich würde ungefähr von 1.000 € 700 € monatlich in Google Ads investieren, 150 in Zielgruppen-Targeting auf Social Media und 150 auf Bestandskunden-Marketing mit Retargeting.“
Shahabs Faustregel zur Budgetverteilung gleich zu Beginn der Folge.
„Wenn man eine Stadt oder eine Region in der Suchanfrage mit eingibt bei Google, hat man sehr oft eine Kaufabsicht. Und da ist die Kunst, da gefunden zu werden.“
Shahab über den entscheidenden Unterschied regionaler Suchanfragen.
„Du kannst auf den Ort, wo du eine Landingpage dafür kreiert hast, erstmal Traffic einkaufen über Google Ads und gucken, ob das überhaupt was bringt, bevor du deine Seite ausbaust.“
Warum Anzeigen vor SEO kommen: erst Proof of Concept, dann ausbauen.
„Man weiß ja nicht, dass das gepusht wurde über Anzeigen. Man sieht einfach nur viele Likes und da kommt ein Vertrauen zustande. Da profitiert man doppelt davon.“
Shahab über den Synergieeffekt, wenn organische Posts mit Werbebudget gepusht werden.
„Du kannst schon mit 4 oder 5 Euro am Tag so viel erreichen durch Retargeting und die Touchpoints erhöhen, damit die Person am Ende die Dienstleistung bucht.“
„Durch KI wird die Wichtigkeit von Stundensätzen komplett wegfallen, weil der Kunde nicht wahrnimmt, wie viele Stunden eine Arbeit gedauert hat. Er sieht nur das Resultat.“
Shahabs These zum einfachsten Marketing-Start für die meisten KMU.
„Bedeutet nicht, wenn du Google gemacht hast, gib auf. Vielleicht ist das die falsche Plattform. Wenn du YouTube gemacht hast, gib nicht gleich auf, aber vielleicht ist es dann Meta.“