Online-Marketing starten: Die 5-Stufen-Treppe für dein Unternehmen
Womit fängst du im Online-Marketing an – Website, Ads oder Social Media? Laurin und Shahab stellen in der ersten Folge ihre 5-Stufen-Treppe vor: Angebot, Plattform, Messbarkeit, Traffic, Optimierung. Mit echten Beispielen aus fast 20 Jahren kombinierter Erfahrung – inklusive eines eigenen Projekts, bei dem Google Ads komplett versagt hat und Meta Leads für rund 28 Euro liefert.
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Kapitel (11)
Das Wichtigste in Kürze
- Die Reihenfolge entscheidet: erst Angebot validieren, dann Plattform aufbauen, Messbarkeit herstellen, Traffic holen und zuletzt optimieren.
- Hol dir Feedback von Menschen, die tatsächlich zahlen würden – Eltern und Freunde finden alles gut und sind keine Validierung.
- Starte nie Traffic ohne Tracking: Ohne Messbarkeit verschwendest du Zeit und Geld, und Werbeplattformen können ohne Conversion-Daten nicht optimieren.
- Wähle Kanäle nach dem Modus der Nutzer: Google erreicht Suchende mit Bedarf, Social Media inspiriert – Problemlöserprodukte gehören zu Google, Lifestyle-Produkte zu TikTok und Instagram.
- Wenn ein Kanal nicht funktioniert, gib nicht auf: Im eigenen Projekt der Hosts brachte Google Ads null Leads, während Meta Kontakte für rund 28 Euro liefert.
- Für viele Unternehmen mit regionalem Vorteil ist die Kombination aus guter Website und Google Ads der einfachste profitable Start.
Wer mit Online-Marketing startet, steht vor einer scheinbar simplen Frage: Womit fange ich an? Website bauen, Google Ads schalten, Instagram bespielen – oder alles gleichzeitig? In der ersten Folge von „Vom Klick zum Kunden“ beantworten Laurin und Shahab genau diese Frage. Die beiden bringen kombiniert fast 20 Jahre Online-Marketing-Erfahrung mit: Shahab hat unter anderem für Google gearbeitet und dort Partneragenturen in der DACH-Region geschult, Laurin hat als Freelancer über 130 Kunden betreut. Heraus kommt ein 5-Stufen-Modell, das du sofort auf dein Unternehmen anwenden kannst.
Die größten Fehler am Anfang
Bevor es um die richtige Reihenfolge geht, lohnt der Blick auf das, was du lassen solltest. Drei Fehler tauchen immer wieder auf: Erstens Prokrastination – ewig planen statt anfangen. Zweitens die Idee mit niemandem besprechen, aus Angst, jemand könnte sie klauen. Dabei bringt genau dieses Feedback oft den entscheidenden Impuls. Drittens blind Geld ausgeben: Laurin hat als Freelancer immer wieder gesehen, wie Unternehmer mehrere hundert Euro in Anzeigen gesteckt haben, ohne zu wissen, ob ihr Angebot überhaupt eine Zielgruppe hat. Die Kernthese der Folge: Geld wird im Marketing selten in die falsche Sache investiert – aber sehr oft zum falschen Zeitpunkt in der falschen Reihenfolge.
„Durch KI wird die Wichtigkeit von Stundensätzen komplett wegfallen, weil der Kunde nicht wahrnimmt, wie viele Stunden eine Arbeit gedauert hat. Er sieht nur das Resultat.“
„Ich würde nicht einfach anfangen, blind Traffic auf irgendwas einzukaufen. Da habe ich sehr, sehr viel Geld den Bach runtergehen sehen.“
Stufe 1 und 2: Angebot validieren, Plattform aufbauen
Alles beginnt mit dem Angebot – und zwar validiert, nicht nur gedacht. Feedback von Eltern und Freunden zählt nicht, denn die finden alles gut. Du brauchst Rückmeldung von Menschen, die am Ende tatsächlich bezahlen würden. Das geht heute kostenlos: ein Reel aufnehmen, in Foren und Subreddits nachfragen, im kleinen Umfeld antesten. Erst wenn Menschen bereit sind, Geld zu zahlen, lohnt es sich, mehr aufzubauen.
Stufe 2 ist die Plattform – der Ort, an dem der Kauf oder die Anfrage passieren kann. Das muss nicht immer eine eigene Website sein: Ein Amazon-Listing, ein TikTok-Shop oder ein gepflegter Instagram-Account können am Anfang reichen. Laurin und Shahab betreuen eine Kundin, die einen der erfolgreichsten Beauty-Salons Hamburgs führt und bis vor einem halben Jahr komplett ohne Website ausgekommen ist. Entscheidend ist eine zentrale Anlaufstelle, auf der Kunden alle Informationen finden.
„Entwickle nicht zu lange an deinem Produkt, bevor du Feedback vom Markt bekommen hast. Guck erst mal, sind die Leute dafür bereit, Geld zu bezahlen?“
Stufe 3: Ohne Messbarkeit ist alles Blindflug
Wer eine eigene Website hat, sollte vor dem ersten Traffic das Tracking aufsetzen: Google Analytics, Google Tag Manager, definierte Conversions – und die Anmeldung in der Google Search Console, damit die Seiten schnell indexiert werden. Der Grund ist doppelt: Du siehst, was funktioniert – aber vor allem siehst du früh, was nicht funktioniert. Statt einen Monat lang Anzeigen zu schalten, erkennst du nach einer Woche an einer Verweildauer von 11 Sekunden, dass der Kanal nicht passt. Dazu kommt: Moderne Werbeplattformen brauchen Conversion-Daten, um überhaupt optimieren zu können. Wie wertvoll Messbarkeit ist, zeigt ein Beispiel aus Laurins Umfeld: Ein Campingplatz ohne jedes Online-Marketing hatte nach dem Tracking-Setup plötzlich sichtbar rund 900 organische Besucher in sieben Tagen – eine Goldgrube, von der vorher niemand wusste.
„Man sollte nicht ohne Tracking starten und nicht ohne Tracking Traffic erzeugen. Immer wenn man Traffic erzeugt, braucht man entweder Zeit oder Geld – und um beide Dinge ist es schade, wenn sie verschwendet werden.“
„Wie oft hört man von Leuten: Ich habe eine Webseite gebaut, aber wieso kommen keine Kunden? Das ist doch so naiv.“
„SEO, organische Optimierung, ist wie beim Marathon, ist kein Sprint.“
„Du kannst Online-Marketing nicht durchspielen. Wenn du einmal anfängst, dann musst du am Ball bleiben.“
Stufe 4: Traffic – der richtige Kanal für deine Zielgruppe
Eine Website allein bringt keine Kunden – so naiv das klingt, so oft kommt diese Erwartung vor. Bei der Kanalwahl zählt nicht nur, wo deine Zielgruppe ist, sondern in welchem Modus sie dort unterwegs ist. Google erreicht Menschen mit konkretem Bedarf – laut einer Google-Präsentation sind rund 80 % der Suchanfragen regional. Aber: Wenn niemand nach deinem Produkt sucht, bringt dir die Suchmaschine nichts. Lifestyle-Produkte wie eine bunte Kinderlampe funktionieren besser über emotionale Reels auf TikTok oder Instagram. Und die pauschale Absage „meine Zielgruppe ist zu alt für TikTok“ gilt bei bezahlten Anzeigen nicht – dort kannst du die Ausspielung gezielt auf Altersgruppen ausrichten. Shahabs Faustregel für den Einstieg: Eine gute Website plus Google Ads bedient etwa 70 % der Unternehmen gut, besonders mit regionalem Vorteil und kleinem Budget.
„Wenn nach deinem Produkt kein Nutzer sucht, dann musst du nicht auf Google optimieren, weil Google eine Suchmaschine ist, wortwörtlich.“
„Ich denke, die Kombination – ich habe eine Webseite und starte mit Google Ads – wird 70 Prozent der Unternehmen gut bedienen.“
Stufe 5: Optimieren statt aufgeben
Die letzte Stufe hat kein Ende: Mit Angebot, Plattform, Tracking und Traffic hast du alles, um iterativ besser zu werden. Gute Verweildauer, aber keine Käufe? Dann liegt es am Angebot. Nutzer springen nach Sekunden ab? Dann muss die Plattform klarer kommunizieren, was du bietest. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen die Hosts an ihrem eigenen Projekt Leadpartner: Die allgemeine Agentur-Website funktionierte nicht – Kunden wollten keinen Generalisten, sondern einen Experten für ihre Branche. Also bauten sie spezialisierte Unterseiten wie photovoltaik-neukunden.de. Google Ads brachte dort trotz sauberer Kampagnen keinen einzigen Lead, Meta dagegen liefert Kundenkontakte für rund 28 Euro – ganz ohne gelistete Referenzen. Die Lehre: Wenn selbst Profis beim ersten Anlauf danebenliegen, ist Scheitern kein Grund aufzugeben, sondern der Startpunkt der Optimierung.
Fazit
Die Reihenfolge entscheidet: erst das Angebot validieren, dann die Plattform aufbauen, Messbarkeit herstellen, Traffic auf den passenden Kanälen holen und dann kontinuierlich optimieren. Wer diese Treppe Stufe für Stufe geht, verschwendet weder Zeit noch Geld – und erkennt schnell, an welcher Stelle es hakt. Online-Marketing lässt sich nicht „durchspielen“, aber mit diesem System baust du ein Fundament, das trägt.
„Bedeutet nicht, wenn du Google gemacht hast, gib auf. Vielleicht ist das die falsche Plattform. Wenn du YouTube gemacht hast, gib nicht gleich auf, aber vielleicht ist es dann Meta.“
Die 5-Stufen-Treppe: Auf welcher Stufe stehst du?
Beantworte fünf Ja/Nein-Fragen aus der Folge und sieh sofort, welche Stufe deiner Marketing-Treppe (Angebot, Plattform, Messbarkeit, Traffic, Optimierung) du als Nächstes angehen solltest – mit konkreten Handlungsempfehlungen aus der Episode.
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