Lokales Marketing: So investierst du 1.000 € Budget richtig
1.000 € Marketingbudget im Monat – wohin damit als Handwerker, Zahnarzt, Friseur oder Restaurant? Laurin und Shahab liefern eine klare Faustregel: 700 € Google Ads, 150 € Social Targeting, 150 € Retargeting – und erklären, wann diese Verteilung kippt. Dazu: warum lokales SEO ein Marathon ist, wie Retargeting schon mit 4–5 € am Tag wirkt und welche Portale exklusive Anfragen bringen.
Dieses Video kommt von YouTube. Beim Laden werden Daten (z. B. deine IP-Adresse) an Google übertragen.
Deine Auswahl wird gespeichert und gilt für alle Videos – änderbar über „Cookie-Einstellungen“ im Fußbereich.
Kapitel (10)
Das Wichtigste in Kürze
- Bevor Werbebudget fließt, brauchst du drei Grundbausteine: Google-Unternehmensprofil, eigene Website und einen Social-Media-Account – meist reicht Instagram.
- Als Faustregel für Betriebe mit Anfrage-Geschäft: rund 700 € in Google Ads, 150 € in Social Targeting, 150 € in Retargeting – bei visuellen Geschäften wie Friseuren oder Restaurants dreht sich das Verhältnis zugunsten von Social Media.
- Lokales SEO ist ein Marathon: Starte lieber mit Google Ads für ein schnelles Proof of Concept und baue Orts-Unterseiten nur langsam aus, weil Google massenhaft neue Seiten inzwischen abstraft.
- Verknüpfe Google Ads unbedingt mit deinem Unternehmensprofil – nur so bekommst du Standorterweiterungen mit Entfernungsanzeige und den größeren Anzeigen-Pin auf Google Maps.
- Retargeting über Meta wirkt geräteübergreifend und ist günstig: Mit 4–5 € am Tag bleibst du bei warmen Kontakten täglich präsent, bis sie buchen.
- Portale wie anwalt.de oder hamburg.de liefern exklusive Anfragen und Backlinks – als Ergänzung zur eigenen Website, nicht als Ersatz.
Wenn ein lokaler Betrieb 1.000 € Marketingbudget im Monat hat – wohin fließt das Geld am sinnvollsten? Genau mit dieser Frage steigen Laurin und Shahab in die zweite Folge von „Vom Klick zum Kunden“ ein. Die Antwort ist keine Pauschale, aber eine klare Faustregel mit begründeten Ausnahmen: Rund 700 € in Google Ads, 150 € in Zielgruppen-Targeting auf Social Media und 150 € in Retargeting für Bestandskunden und Website-Besucher. Warum diese Verteilung für Handwerker, Ärzte und Anwälte passt – und für Friseure, Tattoo-Studios und Restaurants gerade nicht – erfährst du in dieser Folge.
„Ich würde ungefähr von 1.000 € 700 € monatlich in Google Ads investieren, 150 in Zielgruppen-Targeting auf Social Media und 150 auf Bestandskunden-Marketing mit Retargeting.“
„Mittlerweile ist es wirklich so, weil eben nicht nur viel lokal gesucht wird, sondern nur noch online gesucht wird, dass die Grundvoraussetzung für lokalen Erfolg ist, online auffindbar zu sein.“
„Wenn man eine Stadt oder eine Region in der Suchanfrage mit eingibt bei Google, hat man sehr oft eine Kaufabsicht. Und da ist die Kunst, da gefunden zu werden.“
Die Grundbausteine: Ohne sie lohnt sich kein Werbebudget
Bevor auch nur ein Euro in Anzeigen fließt, braucht jeder lokale Betrieb drei Dinge: ein Google-Unternehmensprofil (Google My Business), eine eigene Website und einen Social-Media-Account – für die meisten Zielgruppen reicht Instagram. Das Unternehmensprofil ist dabei der wichtigste Hebel: 80 % der Suchanfragen bei Google sind lokale Suchanfragen, und wer mit dem Handy sucht, sieht als Erstes die Google-Maps-Einträge. Wer dort nicht auftaucht, existiert für viele Kunden schlicht nicht. Denn die Informationssuche findet heute fast ausschließlich online statt – das Telefonbuch ist als Kanal tot.
Lokales SEO: wichtig, aber ein Marathon
Eine regionale Suchanfrage wie „Gärtner Hamburg“ oder „rote Rosen Hamburg“ hat fast immer eine Kaufabsicht – genau deshalb lohnt es sich, dafür gefunden zu werden. Früher war das Rezept einfach: für jeden Ort im Einzugsgebiet eine eigene Unterseite anlegen. Heute warnt Shahab davor, das zu schnell zu tun. Seit KI-Tools massenhaft Inhalte produzieren, straft Google Websites ab, die plötzlich viele fast identische Unterseiten bekommen – besonders bei neuen Domains. Die bessere Praxis: Prioritäten für die wichtigsten Orte setzen und die Seite langsam ausbauen.
Gleichzeitig relativiert Laurin den Stellenwert: Für kleine lokale Betriebe ohne Marketingmanager sind viele Unterseiten hohe Opportunitätskosten. Google matcht Suchanfragen wie „Friseur in der Nähe“ inzwischen sehr gut über das Unternehmensprofil – ein sauberes Grundsetup mit den richtigen Begriffen auf der Website reicht oft aus. SEO ist keine „tief hängende Frucht“, sondern ein Marathon. Wer schnell wissen will, ob sein Angebot zieht, kauft Traffic über Google Ads ein und holt sich so ein Proof of Concept, bevor er die Website ausbaut.
„Du kannst auf den Ort, wo du eine Landingpage dafür kreiert hast, erstmal Traffic einkaufen über Google Ads und gucken, ob das überhaupt was bringt, bevor du deine Seite ausbaust.“
„Social Media ist so ein Ding: Es kann, wenn man es richtig macht, sehr, sehr viel bringen, aber es ist nicht einfach, wenn man grundlegend etwas anderes macht. Wenn ich sonst Elektriker bin oder Trockenbauer, ist es überhaupt nicht einfach, Social Media richtig zu machen.“
Social Media: Visitenkarte für die einen, Verkaufskanal für die anderen
Organisches Social Media ist ein Zeitfresser mit begrenzter Reichweite – darüber sind sich beide einig. Für Handwerker reicht deshalb ein solides Grundprofil: ein Vorstellungspost, Vorher-Nachher-Beispiele, vielleicht ein kurzes Kundeninterview. Vier bis sechs Beiträge, fertig ist die digitale Visitenkarte.
Ganz anders bei visuellen Dienstleistungen: Friseure, Tattoo-Studios und Restaurants verkaufen im ersten Eindruck. Hier wird aktiv auf Instagram nach „Friseur Hamburg“ gesucht, und wöchentliche Posts mit echten Ergebnissen plus Likes und Kommentaren schaffen enormes Vertrauen. Bei der Plattformwahl gilt: TikTok hat einen starken Suchcharakter bei der Generation Z, Instagram funktioniert für regionale Dienstleistungen und vertrauensintensive Themen besser. Und die Faustregel dahinter: Bespiele die Plattform, die du selbst kennst und mit der du dich wohlfühlst.
„Auf TikTok musst du gefühlt singen und tanzen, um gut anzukommen. Und das passt eher zu einer jungen Generation und zu einem Thema, das nicht ganz so viel Vertrauen braucht wie ein Haarschnitt.“
Social Ads und Retargeting: viel Wirkung für wenig Geld
Reichweite lässt sich einkaufen – und zwar erstaunlich präzise. Bei Meta kannst du bis auf 1 km Umkreis um dein Geschäft targeten, dazu Alter, Interessen und sogar Uhrzeiten. Shahabs Beispiel: Ein Restaurant bewirbt seinen Mittagstisch nur von 9 bis 13 Uhr im 2-km-Umkreis – genau dann, wenn Büroarbeiter überlegen, was sie mittags essen.
Der eigentliche Hebel ist aber Retargeting über Plattformgrenzen hinweg. Weil fast jeder auf allen Geräten bei Instagram, Facebook oder WhatsApp eingeloggt ist, erkennt Meta Nutzer geräteübergreifend wieder – besser als Google. Ein Nutzer sucht am Laptop nach einem Friseur, landet auf deiner Website, bucht aber nicht. Über das Meta-Pixel wird er markiert und sieht später in der Bahn auf dem Handy deine Anzeige. So verlierst du den Kontakt nicht und baust Touchpoints auf, bis die Entscheidung fällt. Das Beste: 1.000 Ausspielungen kosten bei Meta etwa 5 bis 10 €. Mit 4 bis 5 € am Tag erreichst du deine warmen Kontakte täglich.
„Man weiß ja nicht, dass das gepusht wurde über Anzeigen. Man sieht einfach nur viele Likes und da kommt ein Vertrauen zustande. Da profitiert man doppelt davon.“
Google Ads für lokale Betriebe: das richtige Setup
Für Suchkampagnen empfiehlt sich eine Zwei-Kampagnen-Struktur, weil sich die Standortausrichtung nur zwischen Kampagnen unterscheiden lässt: eine Kampagne mit engem Umkreis für Suchbegriffe wie „Friseur“ oder „Friseur in der Nähe“ – und eine zweite mit großem Umkreis für „Friseur Hamburg“, die auch Menschen erreicht, die gerade woanders sind, aber in deiner Stadt suchen.
Pflicht ist die Verknüpfung von Google Ads mit dem Unternehmensprofil. Nur so funktionieren Standorterweiterungen mit Entfernungsanzeige in der Suchanzeige – und der Nutzer klickt naturgemäß auf den Anbieter, der am nächsten ist. Über Performance-Max-Kampagnen wirst du zudem direkt auf Google Maps beworben: Dein Pin wird größer und früher angezeigt, viereckig mit Logo – deutlich klickstärker. Google misst sogar, ob Nutzer nach einem Anzeigenkontakt eine Route zu dir planen oder in deiner Nähe waren. Zusätzlicher Bonus: Aus den Suchbegriffen der Kampagnen lernst du, welche Dienstleistungen gefragt sind und welche Landingpages dir noch fehlen.
„Wenn du auf Google Maps Werbung machst, dann wird dein Pin mit am größten angezeigt. Er sieht anders aus und ist viel, viel klickstärker und aufmerksamkeitsstärker.“
Portale und Verzeichnisse: Ergänzung, kein Ersatz
Kostenlose Verzeichniseinträge lohnen sich als kleines SEO-Signal – mehr nicht. Interessanter sind Portale mit echtem Traffic wie anwalt.de oder hamburg.de: Sie ranken bei Google bereits weit oben, und ein bezahltes Listing bringt exklusive Anfragen, die nicht wie bei Leadportalen an drei Wettbewerber gleichzeitig verkauft werden. Dazu kommen Backlinks und ein Vertrauenssignal für Google, weil moderierte Drittseiten deine Angaben bestätigen. Aber Vorsicht: Wer nicht mehr zahlt, verliert die Sichtbarkeit sofort – deine eigene Website bleibt.
Fazit: Der konkrete Fahrplan
Für Handwerker, Anwälte und ähnliche Betriebe: Website, Unternehmensprofil und Social-Media-Grundprofil aufsetzen, dann rund 800 € in Google Ads (zwei Suchkampagnen plus Local Ads) und den Rest in Retargeting auf Website-Besucher stecken. Für visuelle Geschäfte wie Friseure und Restaurants dreht sich das Bild: regelmäßig posten, Beiträge auf Interaktion bewerben – denn Likes sind die Vertrauenswährung auf Social Media – und bei Google nur die lokale Kampagne im kleinen Umkreis schalten. Die Faustregel 700/150/150 ist der Startpunkt; dein Geschäftsmodell entscheidet über die Feinjustierung.
„Der eine hat 5 Likes und der andere 500, dann wird der mit 500 Likes deutlich relevanter gesehen, einfach weil Likes quasi die Vertrauenswährung sind auf Social Media.“
„Du kannst schon mit 4 oder 5 Euro am Tag so viel erreichen durch Retargeting und die Touchpoints erhöhen, damit die Person am Ende die Dienstleistung bucht.“
Welcher Kanal-Schwerpunkt passt zu deinem lokalen Betrieb?
Beantworte vier kurze Fragen aus der Folge und erfahre, ob bei dir Google Ads oder Social Media im Fokus stehen sollte – inklusive konkreter nächster Schritte und Check der drei Grundbausteine.
Keine Folge verpassen
Abonniere den Kanal – neue Folgen regelmäßig.
YouTube abonnieren