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Folge 710. September 2026· 2:28:01

Google, TikTok oder LinkedIn? So findest du deine Werbeplattform

Welche Plattform passt zu deinem Unternehmen – und von wem bekommst du darauf überhaupt eine ehrliche Antwort? Laurin und Shahab vergleichen 13 Kanäle von Google über Meta, TikTok und LinkedIn bis zu den brandneuen ChatGPT Ads. Mit drei Filterfragen, echten Klickpreisen und klaren Empfehlungen, wo sich dein Budget organisch und bezahlt wirklich lohnt.

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Kapitel (10)
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Das Wichtigste in Kürze

Auf kaum eine Frage bekommst du im Online-Marketing eine so voreingenommene Antwort wie auf diese: Welche Plattform passt zu meinem Unternehmen? Die Plattformen selbst halten sich natürlich für die beste, und Agenturen empfehlen zufällig immer genau den Kanal, den sie selbst anbieten. In dieser Folge liefern Laurin und Shahab deshalb den möglichst unabhängigen Gesamtvergleich: 13 Plattformen, von Google und Bing über Facebook, Instagram, TikTok, LinkedIn und YouTube bis zu Snapchat, ChatGPT Ads, Spotify, Reddit, Pinterest und X – jeweils organisch und bezahlt betrachtet.

„Sei erstmal vorne gut aufgestellt, wenn du hinten anschieben möchtest. Wenn du hinten anschiebst, kannst du direkt auch Umsatz machen über die Anzeige, aber in der Regel führt es auch zu Nachfrage in Plattformen wie Google oder Amazon.“
— Shahabim Video ansehenWarum Auffindbarkeit die Voraussetzung für Reichweitenkampagnen ist.
„TikTok ist mega stark da drin. Da ist sogar deine Followerbase eher irrelevant. Der Algorithmus schlägt sogar die Anzahl der Follower, weil er erkennt, welche Art Nutzer dein Video toll findet, und richtet genau an diese Nutzer aus.“
— Shahabim Video ansehenÜber die Stärke des TikTok-Algorithmus bei der organischen Ausspielung.
„Du kannst 20 Aufrufe haben, und wenn das 20 Personen aus genau deiner Zielgruppe sind, ist das wertvoller als 2 Millionen Aufrufe von Personen, die überhaupt nicht in der Zielgruppe sind.“
— Laurinim Video ansehenWarum Aufrufe die falsche KPI für Content-Marketing sind.

Drei Fragen, die deine Plattformwahl entscheiden

Bevor du einen einzelnen Kanal bewertest, brauchst du drei Antworten. Erstens: Willst du Nachfrage abfangen oder Nachfrage erzeugen? Wenn deine Kunden aktiv suchen, ist Google die erste Anlaufstelle. Wenn dein Produkt neu ist und niemand danach sucht, brauchst du Reichweitenkanäle wie Meta oder TikTok. Wichtig dabei: Sei erst „vorne“ gut aufgestellt – also da, wo gesucht und gekauft wird –, bevor du „hinten“ anschiebst. Shahab erinnert an ein Höhle-der-Löwen-Produkt: Die durch die Show erzeugte Nachfrage hätten sonst die Wettbewerber auf Amazon abgeschöpft. Zweitens: Welchen Content kannst du liefern? Ohne Video fallen TikTok und Snapchat weg; bei Google reicht eine Textanzeige plus gute Website. Und es muss nicht poliert sein – oft gewinnen die einfachen, mit dem Handy gedrehten Videos, weil sie nicht sofort als Werbung erkennbar sind. Drittens: Wo ist deine Zielgruppe – und kannst du sie dort gezielt erreichen? Das sind zwei verschiedene Dinge: Für organische Sichtbarkeit muss die Plattform überwiegend deine Zielgruppe haben, für Anzeigen reicht es, wenn der Werbemanager sie präzise ansprechen kann.

„Sehr oft sind diese sympathischen, einfachen Videos einfach mit dem Handy aufgenommen. Genau die Videos, die funktionieren auf diesen Plattformen.“
— Shahabim Video ansehenÜber die Angst vorm nicht perfekten Video auf Social Media.
„Nirgendwo hängen die Ausgabe und der Return, also das, was man wiederbekommt, so eng zusammen wie bei Google. Weil die Nutzer jetzt gerade suchen und jetzt gerade schon kaufbereit sind.“
— Laurinim Video ansehenWarum Google Ads der direkteste Performance-Kanal ist.

Google und Bing: Wo du Nachfrage abschöpfst

Bei Google trennst du SEO (organische Ergebnisse) und SEA (bezahlte Anzeigen). SEO ist ein Marathon von mindestens sechs bis zwölf Monaten; wer schnell sichtbar sein will, kommt an Anzeigen nicht vorbei. Nirgendwo hängen Ausgabe und Return so eng zusammen wie hier, weil die Nutzer im Suchmoment kaufbereit sind. Die Klickpreise variieren stark: Lokal liegst du oft bei 50 Cent bis 4 Euro, ein Schlüsseldienst zahlt gern 12 bis 15 Euro pro Klick, weil sich jeder Auftrag rechnet. Wenn Google für dich funktioniert, ist Bing der No-Brainer: Microsoft Ads hat rund 10 Prozent Marktanteil auf dem Desktop, weniger Wettbewerb, günstigere Klicks und oft hohe Conversion-Rates – und du importierst deine Google-Kampagnen mit wenigen Klicks. Achte nur darauf, dass Bing beim Import deine Gebote nicht zurücksetzt.

„Weniger Wettbewerb, niedrigere Klickpreise, aber hohe Conversion-Rate – in der Regel hast du eine gute Erfahrung bei Microsoft Ads.“
— Shahabim Video ansehenShahabs Fazit zu Bing bzw. Microsoft Ads als unterschätzter Ergänzung zu Google.

Facebook und Instagram: Community trifft Präzisions-Targeting

Facebook wird total unterschätzt: 20 bis 30 Millionen Nutzer in Deutschland, Schwerpunkt 35 bis 65 Jahre, kaufkräftig und in aktiven Communitys unterwegs – von DDR-Mopeds bis Angeln. Wer Community aufbauen will, ist hier richtig. Über den Meta-Werbemanager erreichst du auf Facebook und Instagram Zielgruppen extrem genau, per Pixel und Conversion-Events sogar algorithmisch optimiert. Instagram bringt rund 30 Millionen Nutzer (Kern 18–45) und eignet sich mit Anzeigen für praktisch jedes B2C-Thema. Plane aber Community-Management ein: Fragen vor dem Kauf entscheiden oft über den Abschluss – wer nicht antwortet, verliert den Kunden.

TikTok: Der Algorithmus schlägt die Follower

TikTok hat 20 bis 22 Millionen Nutzer (Kern 16–30, die Gruppe 30–50 wächst schnell) und den stärksten Ausspiel-Algorithmus: Deine Followerzahl ist fast irrelevant, entscheidend ist, wen dein Video interessiert. Zu beachten: TikTok verlangt ein Mindestbudget von 50 Euro pro Tag (über Umwege 20 Euro) und ist eine der wenigen Plattformen, die Targeting auf 13- bis 17-Jährige zulässt. Der TikTok Shop macht den Kauf zum Zwei-Klick-Impuls – Social Selling ist laut Shahab der große Trend, auf den sich jeder Onlineshop einstellen sollte.

„Es gibt für organisches Marketing fast keine bessere Plattform als YouTube. YouTube ist der einzige Kanal, wo du Content posten kannst, der über Jahre relevant bleibt.“
— Laurinim Video ansehenÜber die Langlebigkeit von YouTube-Content im Vergleich zu Instagram-Reels.

LinkedIn und YouTube: Die unterschätzten Hebel

Für B2B ist LinkedIn fast alternativlos: rund 20 Millionen Nutzer im DACH-Raum, Targeting nach Position, Branche und Unternehmensgröße, Klickpreise meist zwischen 3 und 10 Euro. Der stärkste organische Hebel: Nicht nur das Unternehmensprofil bespielen, sondern Inhaber und Mitarbeiter posten lassen – 100 Mitarbeiter mit je 100 Kontakten ergeben 10.000 relevante Kontaktpunkte. Shahabs Kombi-Trick: Entscheider über LinkedIn auf die Landingpage holen und dann per YouTube-Retargeting für 3 bis 4 Cent pro Aufruf täglich erreichen. YouTube selbst ist mit rund 70 Millionen Nutzern die zweitgrößte Suchmaschine der Welt – dein Content bleibt dort über Jahre auffindbar, ist ein SEO-Signal für Google und lässt sich auf Basis echter Google-Suchanfragen gezielt ausspielen.

„Es gibt keinen stärkeren Vertrauenshebel, als wenn du einer Person eine Sache erklärt hast. Da entsteht Dankbarkeit und Vertrauen.“
— Shahabim Video ansehenWarum Tutorial-Content wie von Baumärkten auf YouTube so gut funktioniert.

ChatGPT Ads und die Exoten

Seit dem 1. September sind ChatGPT Ads in Deutschland verfügbar. Erste Zahlen: CPM zwischen 20 und 40 Euro, CPC zwischen 80 Cent und 2,20 Euro, Mindest-Tagesbudget 15 Euro – Anzeigen sehen nur Gratis- und Go-Nutzer, das sind aber rund 90 Prozent. Für organische KI-Sichtbarkeit gilt: GEO ist im Kern SEO plus Zitierfähigkeit. Blockiere die KI-Bots nicht, baue einzigartige, nützliche Inhalte – wie den Rentenlückenrechner, der regelmäßig ChatGPT-Leads bringt. Snapchat (15–20 Millionen Nutzer, Kern bis 25) ist der Geheimtipp fürs Azubi-Recruiting. Spotify funktioniert wie Radio: eingängige Botschaft statt Klick-Aufforderung, denn das Handy steckt in der Tasche. Auf Reddit gilt: nie Eigenwerbung, sonst zerfetzt dich die Community – nutze die Subreddits lieber als Marktforschungsquelle. Pinterest (16–18 Millionen Nutzer, zwei Drittel Frauen) lohnt sich für visuelle Shops; den Produktkatalog hochzuladen kostet nichts und bringt dauerhaft auffindbare Pins. Und X ist stärker B2B, als viele denken: Journalisten, Politiker und Krypto-Szene erreichst du dort wie auf kaum einer anderen Plattform.

„Der einfachste Weg, in KI gezeigt zu werden, ist schlichtweg, ein relevantes Unternehmen zu werden. Jeder Shortcut und jede Abkürzung ist langfristig mehr Arbeit, als dafür zu sorgen, dass mehr Menschen über dich reden.“
— Laurinim Video ansehenLaurins Einordnung zu Agenturen, die gezielte KI-Optimierung verkaufen.

Fazit

Es gibt keine beste Plattform – aber einen klaren Entscheidungsweg: Kläre zuerst, ob Nachfrage existiert (dann Google und Bing), prüfe dann, welchen Content du liefern kannst, und wähle danach den Kanal, auf dem deine Zielgruppe im richtigen Modus ist. Recycle Content, wo Synergien bestehen – Reels laufen auf Instagram, TikTok und YouTube Shorts gleichermaßen – und behalte die Newcomer wie ChatGPT Ads im Blick, bevor der Wettbewerb sie entdeckt.

Das große Plattform-Quiz: Google, TikTok oder LinkedIn?

Teste in 10 Fragen, wie gut du die wichtigsten Fakten aus der Folge kennst – von Klickpreisen über Mindestbudgets bis zu den neuen ChatGPT Ads. Am Ende siehst du, wie viele Fragen du richtig und falsch beantwortet hast.

Zur Tool-Seite mit ausführlicher Anleitung →

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