Conversion-Rate-Optimierung: Der günstigste Weg zu mehr Kunden
✓11 Aussagen mit Quellen geprüftDie Folge auf einen Blick
0:00 / 1:13:00Klickpreise steigen unaufhaltsam – die Conversion-Rate ist der Hebel, den du selbst in der Hand hast. Laurin und Shahab zeigen die häufigsten Conversion-Killer: Ladezeit, unklares Angebot, zu viele Call-to-Actions und fehlendes Vertrauen. Dazu echte A/B-Test-Beispiele mit bis zu 300 % mehr Conversions und ein klarer Fahrplan für den Einstieg.
Das Wichtigste in Kürze
- Es ist deutlich einfacher, die Conversion-Rate zu verdoppeln, als den Klickpreis nachhaltig zu halbieren – bei gleichem Ergebnis: doppelt so viele Anfragen.
- Die vier größten Conversion-Killer sind lange Ladezeiten, ein unklares Angebot, zu viele Call-to-Actions und fehlende Vertrauenselemente.
- Dein Angebot muss den 5-Sekunden-Test bestehen: Ergebnis, Zielgruppe und Zeitraum müssen sofort erkennbar sein, sonst springen Besucher ab.
- Über die Basics hinaus gibt es keine pauschalen Tipps – nur A/B-Tests zeigen, was wirklich funktioniert, und die Ergebnisse sind oft kontraintuitiv.
- Message Match zwischen Anzeige und Landingpage kann die Conversion-Rate massiv steigern – im Kühlboxen-Beispiel von 1,4 % auf 4,8 %.
- Weil KI Ausspielung und Anzeigenqualität für alle angleicht, wird die eigene Website zum letzten echten Wettbewerbsvorteil im Performance-Marketing.
Wenn du doppelt so viele Kunden über deine Website gewinnen willst, gibt es rechnerisch zwei Wege: Entweder du halbierst deinen Klickpreis – oder du verdoppelst deine Conversion-Rate, also den Anteil der Besucher, die tatsächlich anfragen oder kaufen. Laurin und Shahab sind sich einig: Der zweite Weg ist deutlich einfacher. Denn wie schon in der Folge zu steigenden Klickpreisen besprochen, gibt es beim Einkaufspreis für Besucher keinen Weg zurück – der Wettbewerb steigt, die Preise auch. In dieser Folge geht es deshalb um die Hebel, die du selbst in der Hand hast: auf deiner eigenen Website.
„Deutlich einfacher, als langfristig den Klickpreis zu halbieren, ist es, die Conversion Rate zu verdoppeln.“
Laurin KorinthenbergHost · Profil ansehenLaurin erklärt die Grundrechnung hinter Conversion-Rate-Optimierung.
„Die Illusion zu haben, man kann die Klickpreise deutlich reduzieren und alles besser machen, ist sehr illusionär. In Wirklichkeit müssen wir uns damit abfinden, dass Klickpreise in der Regel teurer werden.“
Shahab YarahmadiHost · Profil ansehenShahab knüpft an die Folge über steigende Klickpreise an.
Was ist eine gute Conversion-Rate? Die Benchmarks
Bevor du optimierst, solltest du wissen, wo du stehst. Bei Onlineshops liegt die Conversion-Rate typischerweise zwischen 1,5 und 4 Prozent – je teurer der Warenkorb, desto niedriger. Bei Möbeln mit 1.000 Euro Warenkorb sind auch 0,5 bis 1 Prozent normal. Bei Leads kommt es auf die Hürde an: Ein kostenloser Newsletter erreicht 5 bis 10 Prozent oder mehr, eine Dienstleistungsanfrage liegt eher bei 3 bis 9 Prozent.
„Wenn du mal ein bisschen überlegst, wo die Schwachstellen oder die Potenziale sind – wenn du das machst, dann bist du schon weiter vorne als viele andere, die die Standardlösung nehmen.“
Shahab YarahmadiHost · Profil ansehenShahab über Standard-Checkouts und -Formulare, die kaum jemand hinterfragt.
Wichtig dabei: Problemlöser-Produkte konvertieren deutlich besser als Lifestyle-Produkte. Wer Poolchemie sucht, hat ein akutes Problem und kauft schneller als jemand, der nach einem T-Shirt stöbert – da entscheidet der Geschmack, und den triffst du nicht immer. Außerdem gilt: Vergleiche deine Conversion-Rate immer beim gleichen Traffic-Mix. Wenn sich deine Kanäle verschieben, verändert sich die Rate, ohne dass deine Seite besser oder schlechter geworden wäre.
Conversion-Killer Nr. 1: Die Ladezeit
Der allgemeinste Hebel überhaupt: Lädt deine Seite 5 Sekunden, haben ungeduldige Nutzer sie längst geschlossen – vor allem, wenn sie über eine Google-Anzeige kamen und Dutzende Alternativen nur einen Klick entfernt sind. Dazu kommt: Laut StatCounter sind rund 51 % des Traffics in Deutschland mobil, im B2C- und lokalen Bereich sogar 60 bis 80 %. Mobil ist das Internet oft langsamer und die Geduld noch kürzer.
Die Ladezeit wirkt doppelt: Sie ist nicht nur für die Conversion entscheidend, sondern auch einer der wichtigsten Faktoren für dein organisches Google-Ranking – Google bewertet dabei primär die mobile Seite. Teste deine Ladezeit selbst, aber nicht mit dem schnellen Büro-WLAN, sondern mit deinem mobilen Internet oder dem Heimanschluss.
Conversion-Killer Nr. 2: Unklares Angebot
Dein Angebot muss innerhalb von 5 Sekunden glasklar sein – above the fold, also ohne zu scrollen. Und zwar nicht nur, was du machst, sondern welches Ergebnis du für wen in welchem Zeitraum erzielst. Laurins Beispiel-Staffelung: „Anzeigen, die wirklich Performance bringen“ sagt fast nichts. „Wir sind deine Google Ads Agentur“ ist Stufe 2. Am besten: „Wir bringen Autohäusern über Google Ads mehr Kunden innerhalb von einem Monat“ – Ergebnis, Zielgruppe und Zeitraum in einem Satz.
„Halt ihm das Handy für 5 Sekunden hin, nimm es wieder weg und frag: Was macht das Unternehmen für wen? Wenn die Person dir das nicht klar beantworten kann, dann ist das die Schuld deiner Website.“
Laurin KorinthenbergHost · Profil ansehenLaurin erklärt den 5-Sekunden-Test für ein glasklares Angebot.
Der Praxistest dazu ist der 5-Sekunden-Test: Halte einer Person aus deinem Umfeld dein Handy mit deiner Website 5 Sekunden hin, nimm es weg und frag: Was macht das Unternehmen, für wen, mit welchem Ergebnis? Kann die Person das nicht beantworten, ist das die Schuld deiner Website – und du verlierst genau so jeden Tag Besucher.
Conversion-Killer Nr. 3: Zu viele Call-to-Actions
Wer dem Nutzer fünf Kontaktmöglichkeiten und drei Rechner gleichzeitig anbietet, verwirrt ihn. Die Nutzer, die dich sowieso anrufen wollen, finden immer einen Weg – das sind vielleicht die 2 von 100, die heute schon konvertieren. Um Nutzer 3 und 4 zu gewinnen, brauchst du eine klare Nutzerführung: einen Haupt-Call-to-Action, farblich und im Design hervorgehoben, mit dem kürzesten Kontaktweg. Und kommuniziere direkt daneben, was die Person davon hat und welcher Prozess startet – etwa „Jetzt Termin für deine kostenlose Probefahrt vereinbaren“.
Vorsicht auch mit dem Amazon-Reflex: Nur weil der große Player es so macht, ist es nicht der richtige Weg für dich. Amazon lebt fast ausschließlich von Bestandskunden, die den Prozess kennen. Eine neue Seite ohne Bekanntheit braucht maximale Orientierung und Einfachheit – Shahabs Erfahrung: Schlichte, klar strukturierte Standard-Shops performen in der Regel besser als designlastige Seiten, die Optik vor Praktikabilität setzen.
„Ich glaube, das ist der stärkste Motivator, den der Mensch überhaupt hat: Schäden abzuwenden, Gefahren abzuwenden. Bewertungen funktionieren als Vertrauenselement so gut, weil die Nutzer damit den Schaden minimieren.“
Laurin KorinthenbergHost · Profil ansehenLaurin über die Psychologie hinter Vertrauenselementen auf Websites.
Conversion-Killer Nr. 4: Fehlendes Vertrauen
Der stärkste Motivator des Menschen ist, Schaden und Gefahren abzuwenden. Genau deshalb funktionieren Vertrauenselemente so gut. Die wichtigsten:
- Bewertungen auf bekannten Plattformen: Trusted Shops für Shops, ProvenExpert für Dienstleister. Bewertungen von einer neutralen, bekannten Quelle wirken deutlich stärker als selbst eingetippte Kundenstimmen.
- Video-Testimonials mit echten Kunden, Name und Firma – die Hürde für Fakes ist hier deutlich höher.
- Zertifikate und Auszeichnungen: TÜV, ISO, Berufszulassungen oder Auszeichnungen wie „Focus Top-Anwalt“.
- Regionaler Bezug: Ein Hamburger vertraut eher einem Hamburger Unternehmen – oder du positionierst dich bewusst als deutschland- oder europaweiter Anbieter.
- Individuelle Pain Points entkräften: Bei Poolchemie die Sorge vor gesundheitsschädlichen Stoffen, beim Autohändler die Abgrenzung vom „Kiesplatz um die Ecke“. Auch Server-Standort Deutschland ist für datenschutzbewusste Kunden ein echtes Qualitätsmerkmal.
„In der Vergangenheit hat man gesehen, dass teilweise Riesenunterschiede entstanden von 20 bis 30 % mehr Zusagen für einen Cookie allein durch eine Farbe.“
Shahab YarahmadiHost · Profil ansehenShahab über die überraschende Wirkung von Button-Farben beim Cookie-Banner.
Es sind viele kleine Hebel – aber die Summe macht den Unterschied. Wichtig: Alles muss kongruent sein. Nicht zusammenpassende Vertrauenselemente sind der größte Vertrauensbruch.
Ohne A/B-Tests keine echte Optimierung
Über die Basics hinaus gibt es kaum pauschale Tipps – alles muss getestet werden. Beim A/B-Test sehen 50 % deiner Besucher Version A, 50 % Version B, und du misst, welche mehr Anfragen bringt. Faustregel: Du brauchst mindestens 200 Besucher im Monat und mindestens einen Monat Laufzeit, um sinnvoll zu testen.
„Umgestellt auf 5 Minuten, und die Conversionrate ist um 30 % zurückgegangen. Und das hätte man ohne A/B-Test gar nicht mitbekommen. Dein natürlicher Verstand würde sagen, 5 Minuten ist mehr als ausreichend. Aber die Praxis hat was ganz anderes gezeigt.“
Shahab YarahmadiHost · Profil ansehenShahabs Praxisbeispiel: Ein gekürztes Verkaufsvideo brachte deutlich weniger Käufe.
Wie kontraintuitiv Ergebnisse sein können, zeigen zwei Beispiele aus der Praxis: Bei Mobilcom-Debitel brachte allein die Farbänderung eines Call-to-Action-Buttons mehrere Prozentpunkte. Und bei Cookie-Bannern führte ein farblich hervorgehobener Akzeptieren-Button zu 20 bis 30 % mehr Zustimmungen. Noch drastischer Shahabs Abnehmprodukt-Beispiel: Eine Landingpage mit 20-minütigem Erklärvideo wurde auf 5 Minuten gekürzt – die Reibung sollte sinken. Ergebnis: 30 % weniger Verkäufe. Wer 20 Minuten durchhielt, war komplett überzeugt und kaufte das 60-Euro-Produkt; wer nach 5 Minuten klickte, war noch nicht so weit. Ohne A/B-Test hätte das niemand geglaubt.
Auch beim Formular gilt: Weniger Felder sind nicht automatisch besser. Wer beim PV-Anbieter seine Adresse angibt, erwartet ein personalisiertes Angebot – der Planer kann ja auf Google Maps das Dach anschauen. Streichst du die Adresse, kann die Anfragerate sogar sinken.
„Aus meiner Erfahrung, und das sage ich ganz klar: Einfachheit schlägt Komplexität.“
Shahab YarahmadiHost · Profil ansehenShahab über schlicht strukturierte Shops, die designlastige Seiten schlagen.
Personalisierung: Der Hebel der Zukunft
Ein besonders starker Hebel ist der Message Match: Die Landingpage muss exakt das kommunizieren, was die Anzeige versprochen hat. Wer „Anwalt Bad Oeynhausen“ sucht und auf eine Anzeige mit genau diesem Titel klickt, muss auf der Seite sofort „Anwalt in Bad Oeynhausen“ lesen – Shahab hat mit solchen Setups deutlich höhere Conversion-Rates erlebt, obwohl sich sonst kaum etwas an der Seite änderte.
Laurin bringt das Kühlboxen-Beispiel: Ein Shop verkauft Kühlboxen an Angler, Camper und Bauarbeiter. Wer auf die Anzeige „Kühlbox für Angler“ klickt, sieht mit kontextbasierter Personalisierung auch eine Seite über Kühlboxen für Angler. Ergebnis im Test: Die Conversion-Rate stieg von 1,4 % auf 4,8 % – fast 300 % mehr. Genau dafür haben die beiden ihr Tool AdFit (adfit.io) entwickelt, das diese Personalisierung KI-gestützt und in Echtzeit umsetzt – datenschutzfreundlicher als Personalisierung nach Personenmerkmalen, weil nur der Kontext des Klicks genutzt wird.
Warum das immer wichtiger wird: Im Media Buying übernimmt die KI – Performance Max bei Google, Advantage Plus bei Meta. Auch Anzeigenbilder und -texte erstellt zunehmend die KI, sodass Ausspielung und Anzeigenqualität bei allen Werbetreibenden ähnlich gut werden. Der letzte Hebel, bei dem du faktisch besser sein kannst als der Wettbewerb, ist deine Website.
„Es hat jedenfalls dazu geführt, dass die Conversion Rate um fast 300 % gesteigert werden konnte, von 1,4 % auf 4,8 %. Diese Optimierung hätten wir allein durch Optimierung in Google Ads kaum umsetzen können.“
Laurin KorinthenbergHost · Profil ansehenLaurin über das Kühlboxen-Beispiel mit kontextbasierter Personalisierung per Message Match.
Fazit: Dein Fahrplan
Erstens: Messbarkeit herstellen – Tracking einrichten, damit du weißt, wie viele Besucher kommen und wie viele anfragen. Zweitens: Die Basics ohne Test umsetzen – Ladezeit optimieren, Angebot glasklar formulieren, klarer Call-to-Action, Vertrauenselemente einbauen. Drittens: Ab etwa 200 Besuchern im Monat systematisch A/B-testen – Formulare, Botschaften, Seitenaufbau. Und am besten machst du daraus eine Routine: Immer ein Test am Laufen. Die Ideen gehen dir nicht aus – versprochen.
„Der letzte Hebel, wo man wirklich faktisch besser oder schlechter sein kann als andere, ist die Website, ist die Landingpage. Und genau deshalb ist es so relevant, dass man da einen Fokus drauf legt.“
Laurin KorinthenbergHost · Profil ansehenLaurin erklärt, warum die Website im KI-Zeitalter der letzte echte Wettbewerbsvorteil ist.
Der Conversion-Killer-Check: 12 Punkte für deine Website
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