Das Ende von WordPress? KI-Websites gegen den 60-%-Marktführer
✓12 Aussagen mit Quellen geprüftDie Folge auf einen Blick
0:00 / 1:00:3442 % aller Websites laufen auf WordPress – und trotzdem wird es ständig für tot erklärt. Laurin und Shahab streiten aus zwei Perspektiven: Nokia-Moment oder überschätzte Panik? Mit Fakten zu Sicherheit, Kosten und Lock-in, Shahabs Prompt-Playbook für KI-Websites und einer klaren Empfehlung, ob du 2026 noch auf WordPress setzen solltest.
Das Wichtigste in Kürze
- WordPress ist mit 42 % aller Websites und 60 % CMS-Marktanteil weiterhin klarer Marktführer – der Rückgang beträgt nur einen Prozentpunkt pro Jahr.
- Die größten WordPress-Schwächen sind Plugin-Abhängigkeiten, hoher Pflegeaufwand, Sicherheitsrisiken und langsamer Page Speed durch den aufgeblähten PHP-Unterbau.
- KI-Websites liefern schlanken, individuellen Code – von Laien selbst gebaut sind sie aber oft unsicherer als WordPress, weil niemand prüft, wie solide das Backend wirklich ist.
- Für die typische Firmenwebsite mit drei bis vier Seiten ohne Blog ist ein CMS wie WordPress überdimensioniert.
- Achte bei Baukästen und KI-Anbietern auf Exportierbarkeit: Wer den Code nicht herausgibt, bindet dich dauerhaft an sein System.
- Beide Hosts sind sich einig: Bestehende WordPress-Seiten bleiben, aber bei neuen Websites verliert WordPress massiv Marktanteil an KI-Tools – wer warten kann, wartet 6 bis 12 Monate.
Kaum ein Tool wurde so oft für tot erklärt und wieder ausgegraben wie WordPress. In dieser Folge nehmen sich Laurin und Shahab die Frage ernsthaft vor – und vertreten dabei bewusst unterschiedliche Positionen. Shahab sieht für WordPress „schwierige Zeiten“ und zieht den Vergleich zum Nokia-Moment, Laurin hält dagegen: Eine Website ist kein Tastenhandy, und der Marktführer hat Stärken, die KI-Seiten so schnell nicht ersetzen. Am Ende finden die beiden einen gemeinsamen Nenner – und geben dir eine konkrete Empfehlung, ob du jetzt noch eine WordPress-Website bauen (lassen) solltest.
Die Zahlen: Totgesagte leben länger
Erst mal die Fakten: 42 % aller Websites weltweit laufen auf WordPress, im CMS-Markt hält es rund 60 % Anteil. Vom letzten aufs aktuelle Jahr ist der Anteil gerade mal um einen Prozentpunkt gesunken – von 43 auf 42 %. Dahinter steht ein gewaltiges Ökosystem: Rund 600 Milliarden Dollar jährlich stecken in Hosting, Plugins, Freelancern und Agenturen, die von WordPress leben. Zum Vergleich: Der zweitgrößte Anbieter Shopify kommt auf etwa 6 bis 8 % – mit weitem Abstand. Allein an diesen Zahlen gemessen ist WordPress alles andere als tot.
Kurz erklärt: Was ist eigentlich ein CMS?
CMS steht für Content Management System – ein Programm, mit dem du die Inhalte deiner Website verwaltest. Im Frontend sehen deine Besucher die fertige Website, im Backend pflegst du als Admin Texte, Seiten und Designs über eine einfache Eingabemaske. Wichtig: Nicht jede Website braucht ein CMS, aber jedes CMS führt zu einer Website. Baukästen wie Wix oder Jimdo bringen ihr eigenes CMS mit – der unangefochtene Marktführer unter den Content-Management-Systemen bleibt aber WordPress.
Shahabs These: Der Nokia-Moment
Shahabs Kernkritik setzt am Plugin-System an: Plugins kommen von verschiedenen Anbietern, müssen ständig aktuell gehalten werden und mit jedem WordPress-Update kompatibel bleiben. Zieht ein Plugin nicht mit, bricht im schlimmsten Fall die ganze Seite ein. Das bedeutet dauerhafte Abhängigkeit von einem IT-Team oder Freelancern – und weil so viele Hände von so vielen Orten am System mitarbeiten, entstehen Sicherheitsrisiken. Dazu kommt: WordPress basiert auf PHP und ist damit von Haus aus langsamer und für KI sperriger als moderne Technologien wie React.
Eine KI-erstellte Website löst diese Probleme aus seiner Sicht elegant: Der Code wird komplett für deine Bedürfnisse erstellt, ohne unnötige Funktionen. Willst du etwas ändern oder einen Bug beheben, sagst du es der KI – sie kennt die gesamte Struktur. Selbst der Wechsel von Claude zu ChatGPT ist machbar, wenn die alte KI eine saubere Dokumentation hinterlässt. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein KI-Chatbot auf einer WordPress-Seite kostet mit Freelancer schnell ein paar tausend Euro – mit KI-Tools ist so etwas in wenigen Stunden gebaut.
Laurins Konter: Wie sicher sind KI-Websites wirklich?
Laurin sieht genau in diesen Vorteilen auch die Risiken. Seine steile, aber begründete These: 8 von 10 aktuell mit KI erstellten Websites mit Backend und Login sind unsicherer als WordPress-Seiten. Denn der Otto-Normalverbraucher promptet sich ein Backend mit Benutzername und Passwort im Klartext – ohne zu ahnen, dass Login nicht gleich Login ist. Laurins Bild: Ein Passwort ist wie ein Schlüsselloch, aber es macht einen Unterschied, ob die Tür dahinter aus Stahl oder aus Papier besteht. Bei WordPress bekommst du ein über Jahre gehärtetes System; was die KI baut, weißt du als Laie schlicht nicht.
Shahabs Einwand: Kaum jemand setzt WordPress selbst auf einem Server auf – fast alle nutzen Managed-Lösungen von Strato, IONOS oder WP Engine, die sich um Sicherheit kümmern. Genau dieselbe Rolle übernehmen künftig KI-Website-Anbieter, die Sicherheitsstandards von Haus aus in den Prompt einbauen. Und WordPress schläft nicht: Mit einem der letzten Updates gibt es einen MCP-Server, über den jede KI direkt mit dem CMS arbeiten kann.
Überdimensioniert: Wenn du gar kein CMS brauchst
Ein Punkt, bei dem sich beide schnell einig sind: Die meisten Unternehmen wollen eine einfache Website – Startseite, Leistungen, Team, Kontakt, kein Blog. Dafür ist WordPress schlicht überdimensioniert. Es wird trotzdem genommen, weil es altbewährt ist und jeder Freelancer das Backend kennt. Die Folge: aufgeblähte Seiten mit schlechtem Page Speed, weil bei jedem Aufruf Ballast mitgeladen wird, den niemand braucht. Laurins Leitsatz dazu: Eine Sache ist nicht perfekt, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann – und genau da spielen individuell generierte, schlanke KI-Seiten ihre Stärke aus.
KI-Content und Google: Was gilt aktuell?
Laurin bringt ein Gerücht ein: Google soll an einem Update arbeiten, das massenhaft KI-generierte Inhalte deutlich stärker abstraft – angeblich indirekt bestätigt durch einen hochrangigen Google-Mitarbeiter. Shahab ordnet ein: Offiziell sagt Google, KI-Content ist in Ordnung, solange er für Menschen gemacht ist; abgestraft wird massenhafte Content-Produktion. Wichtig für dich: Die Frage, womit die Seite gebaut wurde, ist von der Content-Frage zu trennen – KI-Texte kannst du auf einer WordPress-Seite genauso einsetzen. Individualität entsteht nicht durch die Technik, sondern durch dein Angebot, eigene Bilder, echte Projekte und Kundenbeispiele.
Kosten und Lock-in: Worauf du achten musst
Beim Geld liegen die beiden auseinander: Laurin rechnet für eine schlanke WordPress-Site mit 10 bis 20 € Unterhalt im Monat und hält KI-Lösungen tendenziell für teurer – allein das Claude-Abo für Claude Code kostet rund 50 €. Shahabs Antwort: Claude Code ist der Ferrari und für eine simple Website überzogen; KI-Website-Anbieter starten teils schon bei 8 bis 9 € im Monat. Ein deutscher Sonderfall bleibt: DSGVO und Cookie-Management musst du beim Anbieter gezielt prüfen.
Richtig wichtig wird das Thema Lock-in: Bei geschlossenen Baukästen wie Wix oder Jimdo kannst du deine Website in der Regel nicht exportieren – du bist an das System gebunden, inklusive Domain und Kontaktdaten. WordPress lässt sich dagegen komplett exportieren, und bei KI-Anbietern solltest du gezielt darauf achten, dass dir der Code frei zum Download zur Verfügung steht. Dann kannst du jederzeit umziehen und einer neuen KI sagen: Finde die anbieterspezifischen Stellen und passe sie an.
Shahabs Playbook: So erstellst du eine KI-Website
Shahabs Vorgehen in vier Schritten kannst du direkt übernehmen: Erstens erklärst du der KI in ein paar Zeilen das Konzept deines Unternehmens. Zweitens beschreibst du Design, Bausteine und Elemente, die du dir wünschst. Drittens lieferst du Referenzen – Domains von Wettbewerbern oder Seiten, die dir gefallen, oder Screenshots davon. Viertens, und das ist der entscheidende Trick: Du schließt mit „Hast du dazu Fragen? Stell die wichtigsten Fragen.“ Die KI stellt dann genau die Rückfragen, an die du selbst hättest denken müssen. Lass dir zusätzlich zwei bis drei Designrichtungen erstellen und frag aktiv nach Verbesserungsideen. Für Bilder nutzt Shahab ChatGPT statt Claude – und wo immer möglich echte Team- und Projektfotos, denn komplett KI-generierte Seiten sind aktuell noch erkennbar. Gerade als Dienstleister solltest du die typischen KI-Elemente kennen und aktiv ausschließen.
Shops: WooCommerce verliert gegen Shopify
Bei Onlineshops sind sich beide einig: Einen Shop mit Zahlungsanbietern, Versanddienstleistern und CRM-Anbindung baust du nicht mal eben mit KI – da zählt Bewährtes. WooCommerce, die Shop-Erweiterung von WordPress, ist durchdacht und getestet, aber immer mehr Händler wechseln zu Shopify: Apps statt Plugin-Chaos, fertige Anbindungen an Google, Meta, TikTok Shop und neuerdings ChatGPT mit wenigen Klicks, dazu Kooperationen mit Claude für KI-generierte Design-Sektionen. Der Preis dafür ist Abhängigkeit: Alles läuft auf Shopifys Cloud, den Checkout kannst du kaum anpassen – wenn Shopify dich rauskickt, stehst du ohne Website da. Bei WordPress gehört dir der Code komplett, du hast die volle Hoheit.
Fazit: Warten kann sich lohnen
Der gemeinsame Nenner der Folge: WordPress wird nicht morgen sterben – bestehende, funktionierende Seiten wechselt niemand ohne Not. Aber bei neuen Websites wird WordPress in den nächsten Jahren massiv Marktanteil an KI-Tools verlieren. Und dabei werden es nicht „die KI-Seiten an sich“ sein, die WordPress verdrängen, sondern das, was mit ihnen einhergeht: einfachere Bedienung, individuellere Ergebnisse, schlankere Technik. Laurins praktischer Rat zum Schluss: Wenn du nicht dringend eine neue Website brauchst, warte ein halbes bis ganzes Jahr – die Lösungen entwickeln sich gerade so schnell, dass du dann garantiert ein besseres Ergebnis bekommst.
„Es ist wie dieser Nokia-Moment, wo das Smartphone kam und die darauf beharrt haben, dass deren Lösung gut funktioniert und immer noch die Zukunft ist. Die waren absolute Marktführer.“
Shahab YarahmadiHost · Profil ansehenShahab begründet, warum WordPress trotz Marktführerschaft in Gefahr ist.
„Ich bin mir fast zu 100 % sicher, dass 8 von 10 mit KI erstellten Websites mit Backend und Login unsicherer sind als WordPress-Seiten.“
Laurin KorinthenbergHost · Profil ansehenLaurin kontert die Sicherheitskritik an WordPress mit Blick auf laienhaft gepromptete KI-Seiten.
„Passwort und Nutzername sind nicht gleich Passwort und Nutzername. Das ist wie ein Schlüsselloch zu einer Tür, aber es macht einen Unterschied, ob die Tür aus Stahl besteht oder aus Papier.“
Laurin KorinthenbergHost · Profil ansehenLaurins Bild dafür, dass man bei KI-generierten Logins nicht weiß, wie solide sie gebaut sind.
„Die Stärke von WordPress liegt aus meiner Sicht darin, dass eine Person, die von dem Thema nicht viel versteht, mit WordPress genau das bekommt, was sie braucht – nicht zu viel und nicht zu wenig.“
Laurin KorinthenbergHost · Profil ansehenLaurin fasst zusammen, warum WordPress für Laien weiterhin funktioniert.
„Aber für diese Anwendung ist WordPress total überzogen und nicht notwendig. Das kannst du mit HTML besser machen.“
Shahab YarahmadiHost · Profil ansehenShahab über die typische kleine Firmenwebsite ohne Blog, die trotzdem auf WordPress läuft.
„Man sagt ja allgemein: Eine Sache ist nicht dann perfekt, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann.“
Laurin KorinthenbergHost · Profil ansehenLaurin über aufgeblähte WordPress-Seiten und den Vorteil schlanker, individueller KI-Seiten.
„Vielleicht wird WordPress irgendwann sterben, aber KI-Seiten werden WordPress nicht umgebracht haben.“
Laurin KorinthenbergHost · Profil ansehenLaurins Fazit: Nicht KI an sich, sondern die einfachere Nutzung wird WordPress schrumpfen lassen.
„Bei neuen Webseiten wird WordPress massiv an Marktanteil verlieren, und die überwiegenden werden meines Erachtens in den nächsten Jahren KI-Tools und KI-Webseiten verwenden.“
Shahab YarahmadiHost · Profil ansehenShahabs Prognose für das Neugeschäft im Website-Markt.
„Bei WordPress gehört der Code, die Umgebung, komplett dir. Bei Shopify ist alles auf deren Cloud – wenn die dich rauskicken, dann bist du ohne Webseite.“
Shahab YarahmadiHost · Profil ansehenShahab hebt die Datenhoheit als bleibenden Vorteil von WordPress gegenüber Shopify hervor.
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