Freelancer oder Agentur? Der 4-Fragen-Selbsttest
Freelancer, Spezialagentur oder Full-Service? Beantworte 5 Fragen und erhalte eine klare Empfehlung – inklusive Red-Flag-Checkliste. Jetzt testen!
Was dieser Selbsttest macht – und für wen er ist
Der Freelancer-oder-Agentur-Selbsttest hilft dir als Inhaber:in oder Marketing-Verantwortliche:r eines kleinen oder mittleren Unternehmens, in wenigen Minuten die richtige Dienstleister-Form für dein Online-Marketing zu finden. Du beantwortest die vier Kernfragen aus der Folge plus eine Zusatzfrage zur Stabilität – und bekommst eine klare Empfehlung: Freelancer, Freelancer mit Verstärkung oder Agentur. Die Grundregel dahinter ist einfach: Viermal Ja heißt Freelancer.
Das Tool basiert auf der Entscheidungsmatrix aus der Podcast-Folge „Freelancer oder Agentur? Die ehrliche Entscheidungshilfe für KMU“, in der Laurin und Shahab beide Seiten aus eigener Erfahrung kennen – als Freelancer, Agenturgründer und Auftraggeber.
So benutzt du den Selbsttest
Du beantwortest fünf Fragen nacheinander mit „Ja“ oder „Nein“. Antworte ehrlich – geschönte Antworten kosten dich später Geld beim falschen Dienstleister.
- Kannst und willst du die Umsetzung selbst organisieren? Also: Gibt es intern jemanden – dich selbst oder eine:n Marketingmanager:in –, der Dienstleister steuert und Projektmanagement macht? Die Assistenz nebenbei damit zu beauftragen, führt erfahrungsgemäß zu wenig Gutem.
- Kennst du deine Strategie? Weißt du, welcher Kanal für dein Produkt und deine Branche überhaupt der richtige ist? Ein Google-Ads-Freelancer wird dir selten sagen, dass Meta besser passt.
- Kannst du klar briefen? Kannst du in Worte fassen, welche Kampagnen, welche Website, welche Funktion du genau willst? Unklare Briefings kosten am Ende mehr als der Stundensatz.
- Kannst du Qualität beurteilen? Erkennst du bei gelieferter Arbeit, ob sie gut oder schlecht ist? Diese Qualitätssicherung ist genau die Leistung, die du bei einer Agentur mitkaufst.
- Ist der Kanal überlebenswichtig für dein Unternehmen? Muss zum Beispiel Google Ads jeden Tag laufen, sodass ein Krankheits- oder Urlaubsausfall sofort wehtut? Dann brauchst du garantierte Vertretung.
Mit dem Zurück-Button kannst du jede Antwort korrigieren, mit „Test neu starten“ beginnst du von vorn.
So liest du dein Ergebnis
Freelancer
Viermal Ja bei den Kernfragen bedeutet: Freelancer. Du zahlst dann nicht für Projektmanagement, das du selbst leisten kannst – und redest direkt mit der Person, die die Arbeit macht. Preis-Leistung ist beim Freelancer in der Regel besser. Ist der Kanal überlebenswichtig, ergänzt das Tool die Empfehlung um gesicherte Vertretung: entweder ein Freelancer mit transparentem Netzwerk oder eine kleine Spezialagentur, deren größter Vorteil Stabilität bei Krankheit und Urlaub ist.
Grenzfall – Freelancer nur mit Verstärkung
Bei zwei oder drei Ja-Antworten zeigt dir das Tool genau, welche Lücke du schließen musst: fehlende Organisation, fehlende Strategie, fehlende Briefing-Fähigkeit oder fehlende Qualitätsbeurteilung. Für jede Lücke bekommst du eine konkrete Handlungsempfehlung – zum Beispiel, dir für die Auswahl einmalig einen echten Profi dazuzuholen, auch wenn er 250–300 € pro Stunde kostet. Das ist billiger, als monatelang das Falsche zu bezahlen.
Agentur
Bei null oder einem Ja lautet die Empfehlung Agentur. Du kaufst dann nicht nur Umsetzung, sondern Projektmanagement, Strategie und Qualitätssicherung mit ein – das kostet mehr, ist in dieser Situation aber den Preis wert. Wichtig: Das ist keine Entscheidung fürs Leben. Nach zwei bis drei Jahren weißt du, wie gute Arbeit aussieht, und kannst auf ein eigenes Freelancer-Team umstellen.
Eine Regel gilt unabhängig vom Ergebnis: Content gehört ins eigene Haus, weil er Frequenz und tiefes Produktverständnis braucht. Spezialgebiete wie SEO, Google Ads, Affiliate oder E-Mail-Marketing kannst du dagegen gut auslagern.
Die Red-Flag-Checkliste für Angebotsgespräche
Unter deinem Ergebnis findest du eine Checkliste mit acht Warnsignalen zum Abhaken – direkt fürs nächste Angebotsgespräch. Dazu gehören: Erfolgsversprechen statt realistischer Prognose, fehlende Rechnung mit Abschlussrate je Kanal, Agenturen, die alles anbieten und vieles davon nur einkaufen (2.000 € Rechnung bei 800 € Einkauf ist keine Seltenheit), ungeklärte Zugriffsrechte auf Werbekonten, Verkäufer, die nicht die Umsetzer sind, monatliche Schön-Reportings statt Live-Dashboard, ungeprüfte Referenzen und fehlende Ehrlichkeit im Gespräch.
Fachbegriffe kurz erklärt
Freelancer: Ein:e selbstständige:r Spezialist:in, die du direkt beauftragst – ohne Agentur-Overhead, aber auch ohne eingebaute Vertretung bei Ausfall.
Spezialagentur: Eine kleine Agentur, die sich auf einen Bereich wie Google Ads oder SEO konzentriert. Ihr größter Vorteil gegenüber dem Freelancer ist Stabilität: Bei Krankheit und Urlaub springt jemand ein.
Briefing: Die klare, schriftliche Beschreibung dessen, was du vom Dienstleister willst. Unklare Briefings sind einer der größten Kostentreiber in der Zusammenarbeit.
Quality Assurance (Qualitätssicherung): Die Prüfung, ob gelieferte Arbeit wirklich gut ist. Bei einer Agentur kaufst du diese Leistung mit – als Freelancer-Auftraggeber musst du sie selbst leisten können.
Häufige Fragen
Freelancer oder Agentur – was ist günstiger?
In der Regel hat der Freelancer das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis, weil du kein Projektmanagement mitbezahlst. Die Agentur lohnt sich dann, wenn dir Organisation, Strategie, Briefing-Fähigkeit oder Qualitätsbeurteilung fehlen – genau diese Schichten kaufst du dort ein.
Was, wenn mein Werbekanal keinen Tag ausfallen darf?
Dann brauchst du garantierte Vertretung: entweder einen Freelancer, der transparent jemanden aus seinem Netzwerk dazuholt, oder eine kleine Spezialagentur. Wichtig ist, dass du weißt, wer im Ausfall übernimmt.
Kann ich Content auch auslagern?
Besser nicht komplett. Content braucht Frequenz und tiefes Produktverständnis – also mindestens eine Person im eigenen Haus, egal ob Mitarbeiter:in oder fest eingebundene:r Teilzeit-Freelancer:in. Spezialgebiete wie SEO oder Google Ads lassen sich dagegen gut auslagern.
Ist die Entscheidung für eine Agentur endgültig?
Nein. Nach zwei bis drei Jahren Zusammenarbeit weißt du, wie gute Arbeit aussieht – und kannst dann auf ein eigenes Freelancer-Team umstellen.
Woran erkenne ich einen schlechten Dienstleister im Erstgespräch?
An den Red Flags aus der Checkliste: Erfolgsversprechen ohne realistische Rechnung, Angebote über alles Mögliche ohne echte Kernexpertise, ungeklärte Zugriffsrechte auf deine Werbekonten und Verkäufer, die dir nie die Person zeigen, die wirklich arbeitet.
Mehr davon?
Im Podcast „Vom Klick zum Kunden“ zeigen wir jede Woche, wie Marketing wirklich funktioniert – mit Tools wie diesem zu vielen Folgen.