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Folge 524. August 2026· 1:03:20

Freelancer oder Agentur? Die ehrliche Entscheidungshilfe für KMU

Freelancer oder Agentur – welcher Marketing-Partner passt zu deinem Unternehmen? Laurin und Shahab kennen beide Seiten aus eigener Erfahrung: als Freelancer, Agenturgründer und Auftraggeber. In dieser Folge bekommst du eine klare Entscheidungsmatrix, echte Insider-Einblicke in Agentur-Margen und konkrete Red Flags für die Dienstleisterwahl.

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Das Wichtigste in Kürze

Zitate aus der Folge

Ein Freelancer ist eine direkte Person mit der Expertise, von dem man eine Dienstleistung erwartet. Und wenn er direkt seine Stunden zur Verfügung stellt, ist er ein Freelancer.
Shahab
Shahab definiert zu Beginn den Unterschied zwischen Freelancer und Agentur.
Du kannst die besten Produkte der Welt kreieren – wenn du die nicht vermarkten kannst, wenn niemand davon weiß, dann kauft sie niemand.
Laurin
Laurin erklärt, warum die Wahl des Marketing-Partners Chefsache ist.
Dann nehmen sie zum Beispiel 2.000 im Monat für die Verwaltung, aber den Experten kaufen die dann für 800 ein.
Shahab
Shahab beschreibt die Weiterverkaufs-Falle, wenn Agenturen Leistungen anbieten, die sie selbst nicht beherrschen.
Du hast bei dem Freelancer eine ganz andere Wichtigkeit, weil du einen großen Teil seiner Einnahmen bist.
Shahab
Shahab erklärt, warum die Buchungsgröße über die Priorität beim Freelancer entscheidet.
Einer der Vorteile einer Agentur, die mehrere Leute mit der gleichen Expertise haben, ist Krankheitsausfälle – es gibt Vertretung, Vertretung ist gesichert.
Shahab
Shahab nennt Stabilität als zentrales Argument für Spezialagenturen.
Die Person ist viel stärker verbunden zum Unternehmen, du spielst eine Rolle in seinem Einkommen, seinem Leben, und für ihn ist wichtig, dass das nachhaltig gut funktioniert und nicht nur die Stunden abgearbeitet werden.
Shahab
Shahab begründet, warum Freelancer erst ab einem gewissen Buchungsumfang wirklich mitdenken.
Selbst wenn du eine Agentur brauchst, wenn du sie wirklich brauchst, ist jeder wirklich gute Freelancer trotzdem um Welten besser als eine mittelmäßige Agentur.
Laurin
Laurin stellt klar, dass Qualität wichtiger ist als die Frage Freelancer oder Agentur.
Es gibt viele Agenturen, die verschönern deren Ergebnisse und sagen nicht die Wahrheit. Dementsprechend sage ich: Vertrauen ist absolut wichtig.
Shahab
Shahab nennt geschönte Reportings als eine der größten Gefahren in der Zusammenarbeit.
Eine Agentur ist ein ganzer Werkzeugkoffer plus die Person, die weiß, wie man die Werkzeuge anwendet. Und ein Freelancer ist dieses eine konkrete Werkzeug, das du meistens auch noch selbst anwenden musst.
Laurin
Laurin fasst den Kernunterschied am Ende der Folge in einem anschaulichen Bild zusammen.

Kaum eine Frage bekommen Laurin und Shahab so oft gestellt wie diese: Soll ich für mein Marketing einen Freelancer buchen oder eine Agentur beauftragen? Die Antwort kann über Erfolg und Misserfolg entscheiden – und die beiden können sie aus tiefster eigener Erfahrung geben. Beide haben in Agenturen gearbeitet, eigene Agenturen gegründet, waren selbst Freelancer und haben als Auftraggeber Freelancer-Teams verwaltet. In dieser Folge bekommst du keine Pauschalantwort, sondern eine ehrliche Entscheidungshilfe.

Was unterscheidet Freelancer und Agentur wirklich?

Ein Freelancer ist eine einzelne Person mit einer klaren Expertise, die ihre Stunden direkt zur Verfügung stellt. Eine Agentur ist eine Organisation – oft mit Projektmanagement, Strategie und mehreren Fähigkeiten unter einem Dach. Genau daraus ergibt sich das erste Entscheidungskriterium: Kannst und willst du das, was du auslagerst, selbst organisieren? Wer Freelancer beauftragt, muss sie selbst briefen, verwalten und bewerten. Wer eine Agentur bucht, kauft das Projektmanagement mit ein – und bezahlt diesen Overhead auch.

Die Weiterverkaufs-Falle: Wenn Agenturen Experten einkaufen

Shahab hat bei Google Partneragenturen betreut und kennt ein weit verbreitetes Muster: Eine Kreativagentur baut deine Website, und wenn du danach E-Mail-Marketing oder Google Ads brauchst, bietet sie das einfach mit an – obwohl die Expertise gar nicht im Haus ist. Dann werden extern Freelancer oder Partneragenturen eingekauft, möglichst günstig, damit die Marge stimmt. Konkret: Die Agentur nimmt 2.000 € im Monat, kauft den Experten aber für 800 € ein. Wärst du mit 1.500 € direkt zum echten Experten gegangen, hätte er mehr verdient – und dir bessere Performance geliefert. Der Haken: Viele Agenturen können die eingekauften Freelancer fachlich selbst nicht bewerten. Das Ergebnis ist oft schlechte Performance, für die du den vollen Preis zahlst.

Wichtigkeit als Kunde: Warum drei Stunden im Monat nicht reichen

Ein unterschätzter Faktor: Wie wichtig bist du deinem Freelancer? Wer jemanden nur für drei Stunden im Monat bucht, bekommt die Aufgabe erledigt – mehr aber auch nicht. Ein Freelancer, der 20 Stunden pro Woche für dich arbeitet, ist viel stärker mit deinem Unternehmen verbunden. Du spielst eine Rolle in seinem Einkommen, und ihm ist wichtig, dass es nachhaltig funktioniert. Erst dann bekommst du das, was du eigentlich willst: jemanden, der proaktiv mitdenkt statt nur Stunden abzuarbeiten.

Wann eine (Spezial-)Agentur Sinn ergibt

Zwei Situationen sprechen klar für eine Agentur. Erstens: Stabilität. Wenn ein Kanal wie Google Ads für dein Unternehmen überlebenswichtig ist und immer laufen muss, brauchst du Vertretung bei Krankheit und Urlaub – das kann nur ein Team leisten. Zweitens: fehlende eigene Kompetenz. Wenn du weder Strategie noch operatives Wissen hast und die Qualität der Arbeit nicht bewerten kannst, ist der Aufpreis für eine gute Agentur gut investiertes Geld. Und wichtig: Das ist keine Entscheidung fürs Leben. Viele Unternehmen starten mit einer Agentur, bauen Wissen auf und stellen später auf ein eigenes Freelancer-Team um.

Die Entscheidungsmatrix für KMU

Für einen typischen Mittelständler – etwa 25 Mitarbeiter, 10 Millionen Jahresumsatz – lauten die entscheidenden Fragen: Hast du einen Marketingmanager, oder bist du bereit, das Marketing selbst zu managen? Weißt du, was deine Strategie ist und was konkret getan werden muss? Kannst du klar briefen? Und kannst du gute von schlechter Arbeit unterscheiden? Beantwortest du alle Fragen mit Ja: Freelancer – bei dieser Größe findest du immer jemanden mit genug Kapazität. Bei mehreren Neins: eher Agentur.

Shahabs Ergänzung aus der Praxis: Das Content-Team gehört ins Haus. Wer regelmäßig Content für Social Media und Anzeigen produziert, muss Produkt und Marke leben – das extern einzukaufen ist teuer und funktioniert selten. Spezialgebiete wie Google Ads, SEO oder Affiliate Marketing dagegen kannst du gut mit Freelancern besetzen.

Qualität schlägt Label – und wie du gute Dienstleister erkennst

Am Ende sind „Freelancer" und „Agentur" nur Labels. Ein wirklich guter Freelancer ist um Welten besser als eine mittelmäßige Agentur – auch wenn du eigentlich eine Agentur bräuchtest. Die Entscheidungsmatrix greift erst bei vergleichbarer Qualität und vergleichbarem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Red Flags im Erstgespräch: überzogene Erfolgsversprechen („In einem Monat läuft das fantastisch") und geschönte Reportings. Gute Dienstleister liefern realistische Prognosen mit Zahlen, stellen die richtigen Rückfragen und stehen zu Fehlern. Achte außerdem darauf, dass du vertraglich die Hoheit über deine Werbekonten und Assets behältst. Bei der Suche helfen Freelancer-Plattformen mit detaillierten Bewertungen – die beste Quelle sind aber ehrliche Empfehlungen von befreundeten Unternehmern.

Fazit

Es gibt kein objektives Richtig oder Falsch – aber klare Kriterien: Kannst du selbst organisieren, briefen und Qualität bewerten, fährst du mit Freelancern meist besser und günstiger. Fehlt dir Strategie, Zeit oder Bewertungskompetenz, ist eine gute Agentur ihren Aufpreis wert. Content gehört ins Haus, Spezialwissen kannst du extern einkaufen. Und egal wofür du dich entscheidest: Qualität, Vertrauen und Chemie schlagen jedes Label.

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